Fördermittel für den Radverkehr: Bündnis Fahrradstadt fordert Klarheit

Mannheim braucht einen verlässlichen Ausbau des Radwegnetzes

Das Bündnis Fahrradstadt Mannheim hat sich in den vergangenen Monaten mit mehreren Schreiben an die Bundestags- und Landtagsabgeordneten der Region sowie an die Fraktionsvorsitzenden im Mannheimer Gemeinderat gewandt. Anlass ist die Sorge, dass die Förderung des Radwegebaus in Mannheim durch wegfallende Mittel auf Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene faktisch zum Erliegen kommt. Besonders sichtbar wurde dieser Kurs zuletzt daran, dass der bereits beschlossene Bau des Radschnellwegs Mannheim – Heidelberg für das Teilstück Ilvesheim auf unbestimmte Zeit verschoben wurde.

Worum es geht

Der im Mai 2021 verabschiedete Nationale Radverkehrsplan ist nach wie vor in Kraft. Er sah vor, den Radverkehrsanteil bundesweit von rund 10 auf 20 Prozent bis 2030 zu verdoppeln. Dafür sollten die Ausgaben für den Radwegeausbau von etwa 5 € auf 30 € pro Einwohner und Jahr steigen – je zu einem Drittel getragen von Bund, Ländern und Kommunen. Der Plan wurde seinerzeit von allen Fraktionen außer der AfD mitgetragen und von den Verkehrsministerinnen und -ministern der Länder unterstützt.

Seit 2021 sind die Baukosten nach Angaben des Statistischen Bundesamtes um rund 50 Prozent gestiegen. Um das ursprüngliche Ziel real zu erreichen, müssten die 30 € daher auf etwa 45 € pro Einwohner und Jahr angehoben werden. Für Mannheim entspricht das rund 14,3 Mio. € jährlich, von denen knapp 4,8 Mio. € als städtischer Eigenanteil aufzubringen wären.

Unsere Vorschläge

Rückbesinnung auf den Nationalen Radverkehrsplan. Wir plädieren dafür, die vereinbarten Mittel wieder bereitzustellen und an die Kostenentwicklung anzupassen. Finanziert werden könnte dies aus dem im September 2025 beschlossenen Sondervermögen Infrastruktur und Klimaneutralität (SVIKG), das dem Land Baden-Württemberg 13,1 Mrd. € zur Verfügung stellt. Davon hat das Land zwei Drittel – rund 8,76 Mrd. € – an die Kommunen weitergeleitet. Diese Mittel könnten auch den kommunalen Eigenanteil abdecken.

Anpassung der Bewohnerparkgebühren.

Dem Vorschlag des Deutschen Städtetags folgend, sollten die Gebühren von derzeit 127,50 € auf 360 € pro Jahr angehoben werden, wie es Karlsruhe in diesem Jahr bereits umgesetzt hat. In Mannheim stünden dann rund 30 Mio. € jährlich zur Verfügung. Entsprechende Überlegungen sind bereits im Masterplan Mobilität 2035+ enthalten.

Darüber hinaus sollte sichergestellt werden, dass die für den Radschnellweg Mannheim – Heidelberg zugesagten Bundes- und Landesmittel nicht verfallen. Nach der zugrunde liegenden Verwaltungsvereinbarung können nicht abgerufene Gelder an andere Länder weitergegeben werden.

Deshalb sollte mit dem Regierungspräsidium ein verbindlicher Zeitplan vereinbart werden, wann das Teilstück Ilvesheim gebaut und die Mittel abgerufen werden.

Wie es weitergeht

Auf unser Schreiben vom 18. Dezember 2025 haben wir Rückmeldungen aus dem Gemeinderat (FDP/MfM-Fraktion) sowie von Grünen-Politikerinnen erhalten – darunter Staatssekretärin Elke Zimmer und die Landtagsabgeordnete Dr. Susanne Aschhoff. In unserem Schreiben vom 6. Februar 2026 haben wir unsere Position vertieft und konkretisiert.

Wir freuen uns über jede weitere Rückmeldung und stehen für Gespräche gerne zur Verfügung – auch in einem parteiübergreifenden Treffen, um gemeinsam einen verlässlichen Weg für den Radwegeausbau in Mannheim zu finden. 

Anlagen / Dokumente zum Download: